Freitag, 6. Mai 2016

Schlafkotzen

Okay, jetzt ist es offiziell: Mit einem geschwollenen Hals sollte man einfach nicht kotzen. Nachdem ich von Nachhilfe nachhause gestratzt bin - mein Nachhilegenie war selbst nicht da und ich hatte allein Unterricht bei einer dezent unfähigen Aushilfe, die mir den Wert meines eigentlichen Lehrers nochmal überdeutlich vor Augen geführt hat - wollte ich eigentlich noch ein Workout machen, weil mir die Zeit dafür geblieben wäre, bis meine Mutter zurückkommt, aber da mein Kopf solche Probleme gemacht hat, dachte ich mir ich leg mich ne Minute hin. Ne Minute, ne Stunde. Naja, aufgewacht und nach unten gewankt. Kuchen und Crunchymüsli gegessen, dazu Toffeefee. Danach spladdere ich im Halbschlaf das Gästebad mit meinen kläglichen Versuchen zu Erbrechen voll, erreiche dabei aber nur, dass ich vollkommen unwichtige aber dennoch umständliche Mengen vom Boden, der Wand, der Toilettenschüssel und nicht zuletzt auch von meiner Kleidung kratzen darf. Ich kann mich kaum erinnern, je so einen Dreck gemacht zu haben. Aber auf keinen Fall nie so sinnlosen Dreck. Immerhin merkt meine Mutter nichts und ich habe tatsächlich abgenommen, und das am Abend. Passt. Muss passen.
Ich bin immer noch neben der Spur, weil ich noch nicht mal zwanzig Minuten wach bin. Andere haben bessere wachwerd-Rituale. Ein Teil von mir will wieder alles ruinieren, ein anderer bettelt darum, es nicht zu tun und dem dritten wiederherum geht das alles am Arsch vorbei. Ich bin meine eigene Dreifaltigkeit. Morgen treffe ich mich mit einer Bekannten/Freundin, auch wieder son Internetding, haben uns schonmal getroffen und ihre Mitgeschleifte habe ich dann nochmal auf nem Konzert gesehen, alles sehr nett, alles toll. Werd morgen wohl den Laborkittel tragen, den ich betrunken gekauft hab, irgendwann musses ja mal soweit sein. Am Sonntag ist Muttertag und ich mach ein traditionelles English Breakfast. Klasse. Und ich will eigentlich einfach nur sterben. Es ödet mich an, soviel zu wiegen wie ichs gerade tue. Da ist kein Erfolg, kein "soweit bin ich gekommen". Ich weiß, grade jetzt sollte ich eigentlich am härtesten an mir arbeiten, aber ich bin schon extremst frustriert, bevor ich überhaupt angefangen habe. Ich muss Pläne machen, wie ich meine Ernährung langfristig umgestalte, in meiner Tasche befindet sich eine Box Diätshakewhatevernahrungsersatz, 165kcal pro Portion, soll mir eigentlich gegen Fressanfälle helfen. Aber naja, nicht nachgedacht eben. Der scheiß hätte sich auch leichter erbrechen lassen. Ich denk eindeutig zu langsam heute, gute Nacht und schöne Träume.

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