Mal ne andere Sucht. Computer beziehungsweise Internet. Versuchen wir es einfach mal, what Noel? Ich habe immer glücklich von mir gegeben, dass man von solchen Dingen nicht abhängig werden kann, aber nun gut, ich wollte bestimmte Dinge nicht einsehen. Dass ich nicht esse oder mich selbst verletze bezeichne ich selbst ohne größere Probleme als krank, auch wenn ich mich natüärlich gerne in diese "anderen geht es viel schlimmer" Sache flüchte. Aber internetsüchtig? Nein, nopeydinopenope. Naja, doch eigentlich schon. Ich bin internetabhängig as fuck. Nicht auf diese lustige Weise, dass man auf 9gag oder tumblr rumstalkt, sondern so weit, dass ich auch mit gähnender Langeweile noch sinnlos herumgoogle, so weit, dass ich meine Schulsachen so weit vernachlässige, dass ich nun vermutlich keinen Abschluss machen kann, besonders nicht, wenn ich mich nicht langsam einkriege, und dagegen vorgehe. Das Problem hierbei ist, dass diese Abhängigkeit dir (doch nicht so unähnlich wie jeder anderen) jegliche Perspektive nimmt. Ich weiß nicht, was ich mit meinem Leben anfangen soll. Noch vor ein paar Monaten habe ich gesagt ich werde Forensik und Psychologie studieren, jetzt wirds wohl eher ein Pfleger-Job in der Psychiatrie oder ich gehe zur Bundeswehr, verpflichte mich einfach fürn paar Jahre um von allem wegzukommen. Aber will ich das wirklich? Oder würde ich überhaupt genommen werden? Das braucht ja immerhin Stärke, und zwar nicht die zu hungern oder zu kotzen, im Gegenteil. Das braucht Selbstbewusstsein und -liebe. Ansonsten funktioniert das nicht. Andererseits... ich fliehe und versuche nicht daran zu denken, dass es für einen Jugendlichen meines Alters nicht okay ist gut und gerne neun Stunden am Computer zu sitzen. Neun Stunden, wenn ich die sinnvoll nutzen würde, wäre mein Leben okay. Das klingt jetzt übertrieben, aber ist eine Tatsache.
Deswegen möchte ich endlich etwas besser machen. Wenigstens eine einzige Sache. In diesem Fall meinen Internetkonsum reduzieren, von den jetzigen neun Stunden (habe ich das schon erwähnt? Neun Stunden. Das sind fünfhundertvierzig Minuten, beziehungsweise zweiunddreißigtausendvierhundert Sekunden größtenteils verschwendete Zeit). Fürs erste werde ich auf drei bis viereinhalb Stunden runtergehen und mich ansonsten mit anderen Dingen beschäftigen. Wenn ich einmal Hausaufgaben am Computer machen muss, dann zählt das ebenfalls in diese Zeit. Mein Ziel am Ende ist in zwei Punkte aufgeteilt. Zum einen, dass ich nicht viel mehr als eine Stunde am Computer sitze, weil ich andere Dinge gefunden habe und meine Angst vor der Realität losgeworden bin und zum anderen, vielleicht weit wichtiger, dass ich selbst darüber bestimme, wann ich den Computer ausschalte. Dass ich nicht sage, "das eine Video noch" und dadurch alles um mich herum verkommt. Es stimmt, dass es so nicht weitergehen kann. Ich gebe meinen Eltern ungern recht, warum auch immer, aber es stimmt nuneinmal. Ich habe es in der Hand, was mit mir geschieht, und wenn ich glaube keine Perspektive zu haben, dann weil ich nicht gekämpft habe. Dabei halte ich doch irgendwie durch, stehe wieder auf wenn mich etwas zurückwirft. Also kann ich das auch auf mein Leben da draußen übertragen.

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